Sven Kolterman (Leiter IoT, Telefónica Deutschand), Paul Blobelt (Testmanager bei Eon Grid Solutions) und Janosch Wagner (CTO bei Power Plus Communications AG)

Sven Kolterman (Leiter IoT, Telefónica Deutschand), Paul Blobelt (Testmanager bei Eon Grid Solutions) und Janosch Wagner (CTO bei Power Plus Communications AG), v.l. (Bildquelle: Telefónica Deutschland)

Im Rahmen eines gemeinsamen Projekts integrierte Power Plus Communications (PPC) eine 5G-RedCap-fähige Mobilfunklösung in ein Smart-Meter-Gateway. Die prototypischen Geräte wurden in der Infrastruktur des Messstellenbetreibers Westnetz installiert und über das Mobilfunknetz von Telefónica Deutschland mit den Backend-Systemen verbunden.

5G RedCap wird unter anderem im 700-MHz-Band eingesetzt. Die niedrige Mobilfunkfrequenz bietet eine hohe Reichweite und eine gute Gebäudedurchdringung. Für Smart-Meter-Gateways ist dies wichtig, da die Geräte häufig in Kellern oder anderen funktechnisch anspruchsvollen Einbauorten installiert werden

5G RedCap als Perspektive für die nächste Mobilfunkgeneration

Mobilfunk spielt bereits heute eine zentrale Rolle bei der Anbindung von Smart-Meter-Gateways. Da intelligente Messsysteme über viele Jahre im Einsatz sind, kommt es dabei vor allem auf eine zuverlässige, wirtschaftliche und zukunftsfähige Kommunikationslösung an.

5G RedCap („Reduced Capability“) ist eine für Anwendungen mit moderaten Anforderungen an Datenrate optimierte Ausprägung des 5G-Standards. Gegenüber klassischem 5G bietet RedCap eine reduzierte Komplexität und geringeren Energiebedarf und gleichzeitig ausreichend Leistungsreserven für erweiterte Anwendungen bei Smart-Meter-Gateways.

Damit ist 5G RedCap eine attraktive technologische Option für die nächste Generation der WAN-Kommunikation intelligenter Messsysteme und eröffnet einen schrittweisen Übergang von heutigen LTE-basierten Lösungen in die 5G-Welt.

Mallik Rao, Chief Operating Officer bei Telefónica Deutschland, sagt: „Telefónica Deutschland stellt mit seinem 5G-Netz eine zentrale digitale Infrastruktur für die digitale Steuerung moderner Stromnetze bereit. Mit 5G RedCap überträgt das Unternehmen die Infrastruktur gezielt auf die Anforderungen der Energiewirtschaft. Unser Anspruch ist es, Unternehmen den Zugang zu den digitalen Technologien zu ermöglichen, die sie für ihre Transformation benötigen – zuverlässig, skalierbar und zukunftssicher. Die Technologie ermöglicht eine stabile und energieeffiziente Vernetzung von Smart-Meter-Gateways in großer Zahl. Energieversorger erhalten damit Investitionssicherheit und können ihre Messsysteme schrittweise in eine moderne 5G-Infrastruktur überführen.”

Janosch Wagner, CTO der Power Plus Communications AG, ergänzt: „Smart-Meter-Gateways werden über viele Jahre im Feld betrieben. Deshalb brauchen Messstellenbetreiber Kommunikationstechnologien, die hohe Verfügbarkeit mit einer langfristigen Perspektive verbinden. 5G RedCap ist für uns besonders interessant, weil die Technologie die Anforderungen intelligenter Messsysteme mit der Zukunftsfähigkeit von 5G verbindet. Die Kombination mit dem 700-MHz-Band bietet zudem sehr gute Voraussetzungen für die Erreichbarkeit von Gateways an anspruchsvollen Einbauorten. Die erfolgreichen Ende-zu-Ende-Tests zeigen, dass RedCap eine vielversprechende Option für die nächste Generation der WAN-Kommunikation von Smart-Meter-Gateways ist.“

Benjamin Jambor, CEO der Eon Grid Solutions, sagt: „Mit 5G RedCap schaffen wir eine wichtige Grundlage für die nächste Ausbaustufe intelligenter Stromnetze. Die Technologie ermöglicht es uns, Smart-Meter-Gateways noch zuverlässiger und effizienter zu vernetzen – selbst unter anspruchsvollen Bedingungen im Feld. Die gemeinsamen Tests zeigen, dass 5G RedCap eine zukunftsfähige Option für den weiteren Rollout intelligenter Messsysteme ist und Energieversorgern zusätzliche Flexibilität bei der Wahl ihrer Kommunikationsinfrastruktur bietet.“

Nächster Schritt: Ergebnisse in die Produktentwicklung überführen

Nach Abschluss der ersten prototypischen Tests werden die Partner die Ergebnisse detailliert auswerten. Im Mittelpunkt stehen dabei insbesondere die Erkenntnisse zur Netzverfügbarkeit, zur Erreichbarkeit an unterschiedlichen Einbauorten sowie zum Zusammenspiel von Smart-Meter-Gateway, Mobilfunknetz und Backend-Infrastruktur. Die Ergebnisse sollen in die weitere Produkt- und Lösungsentwicklung der beteiligten Unternehmen einfließen.

ew-Redaktion

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