Virtueller Summenzähler vereinfacht Hamburger Mieterstromprojekt

Weil nur wenig zusätzliche Messtechnik verbaut werden muss, lässt sich das eingesetzte Messsystem vergleichsweise kostengünstig einrichten (Bildquelle: Hamburger Energienetze)

Auf den Dächern der Wohnanlage wurden insgesamt 476 Photovoltaikmodule installiert. Sie erzeugen künftig rund 181000 kWh Solarstrom pro Jahr. Der gesamte Stromverbrauch der Wohnanlage liegt bei rund 337000 kWh jährlich. Rechnerisch kann die Solaranlage damit mehr als die Hälfte des Strombedarfs im Quartier decken. Der Mieterstromtarif liegt rund 23 % unter der örtlichen Grundversorgung, ausgehend von einem Jahresverbrauch von 2000 kWh. 

Messtechnisch ermöglicht und umgesetzt wurde das Projekt von den Hamburger Energienetzen. Als grundzuständiger Messstellenbetreiber statteten diese die Wohneinheiten mit intelligenten Messsystemen aus. Bei dem eingesetzten Messkonzept erübrigt sich ein separater physischer Summenzähler und damit zusätzliches Gerät im Zählerschrank. Stattdessen werden die Messwerte der einzelnen Wohnungszähler digital zusammengeführt und bilanziert.

Der virtuelle Summenzähler ist ein cloudbasiertes Rechenprogramm, das kontinuierlich die Messwerte der Smart Meter der einzelnen Haushalte auswertet. Dieses Konzept vereinfacht laut den Hamburger Energienetzen die Umsetzung und schafft zugleich – durch individuelle Zugänge der Haushalte – „optimale Transparenz für alle Bewohner“. Insbesondere bei größeren Gebäuden oder Quartieren mit vielen dezentralen Zählpunkten biete es klare Vorteile: Weil nur wenig zusätzliche Messtechnik verbaut werden muss, lasse sich das System vergleichsweise kostengünstig einrichten. Auch der Installationsaufwand vor Ort bleibt dank geringer technischer Eingriffe in die bestehende Verkabelung überschaubar.

Weitere Projekte in der Pipeline

Digitale Messkonzepte dieser Art sind laut dem Netzbetreiber für die urbane Energiewende zentral, in der Praxis bislang aber noch wenig verbreitet. Die Projektpartner planen bereits weitere Vorhaben. Beispielsweise ist ein weiteres Mieterstromprojekt im Pergolenviertel in Hamburg-Winterhude geplant. Bei den Hamburger Energienetzen soll der virtuelle Summenzähler an mehreren Orten in Hamburg zum Einsatz kommen mit insgesamt über 1000 Haushalten.

np-Redaktion

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