Vergleich der Ergebnisse mit exploratorischen Szenarien anderer Institutionen
Die Trends, die in exploratorischen Szenarien anderer Institutionen, wie der IEA, von BP und Equinor, dem japanischen Forschungsinstitut IEEJ oder McKinsey für die bevorstehenden Jahrzehnte ausgewiesen werden, nehmen einen mit Rivers und Rocks vergleichbaren Verlauf, auch wenn sie sich in einzelnen Ausprägungen unterscheiden (Abb. 7 und 8). Gemeinsam ist allen in den Vergleich einbezogenen exploratorischen Szenarien, dass die fossile Welt schrittweise durch ein Zeitalter der erneuerbaren Energien abgelöst wird. Trotzdem ist die Transformation nicht stark genug, um den globalen Temperaturanstieg, wie „idealerweise“ im Pariser Klimaabkommen angestrebt, auf 1,5 Grad Celsius im Vergleich zum vorindustriellen Niveau zu begrenzen.
Fazit
Die Zukunft der Energieversorgung sieht deutlich anders aus als die Vergangenheit. Dies zeigen die Prognosen und Szenarien, die in den vergangenen Monaten von internationalen Institutionen vorgelegt wurden. Es vollzieht sich ein Wandel von einem durch fossile Energien geprägten Zeitalter zu einer Welt, in der die erneuerbaren Energien dominieren. Entscheidende Schlüssel für das Erreichen der Klimaziele sind die beschleunigte Verbesserung der Energieeffizienz, der massive Ausbau erneuerbarer Energien, die breite Umsetzung der Technologie der Abscheidung und Nutzung bzw. Speicherung von CO2 sowie das Setzen auf Wasserstoff, und zwar in denjenigen Sektoren, die für eine Elektrifizierung nur schwer zu erschließen sind. In einer Reihe von Staaten wird darüber hinaus der Kernenergie eine wichtige Rolle bei der Transformation der Energieversorgung beigemessen.
Wie schnell und wie stark sich dieser Wandel vollzieht, hängt von Faktoren ab, wie die energie- und klimapolitische Ausrichtung der Regierungen, die technologische Entwicklung und das Verbraucherverhalten. Die gegenwärtigen geopolitischen Verwerfungen und die weltweit erkennbaren politischen Rahmensetzungen konterkarieren weitgehend die Beschlüsse im Rahmen des Pariser Klimaabkommens.
Die internationalen Klima-Verhandlungen sollten vor diesem Hintergrund neu ausgerichtet werden. Internationale Kooperation sollte wieder in den Fokus rücken. Die Abschaffung bestehender Verbraucherpreis-Subventionen für Energie und die internationale Verständigung auf eine Bepreisung von CO2 sollten vorangetrieben werden. Positive Ansätze dazu bietet der Klimaklub, in dem sich Teilnehmerstaaten auf Übereinkommen zur Bepreisung von CO2 und auf Ausgleichsabgaben für importierte Güter aus Staaten verständigen, die nicht Mitglieder des Klimaklubs sind.
Nächstes Highlight unter den Veranstaltungen des World Energy Council ist die Energy Week vom 20. bis 25. Oktober 2025 in Panama. Der 27. World Energy Congress wird vom 26. bis 29. Oktober 2026 in Riad, Saudi-Arabien, ausgerichtet werden.
In der Synopse berücksichtigte Studien
- International Energy Agency (2023). World Energy Outlook 2023 (WEO 2023). Paris, October 2023
- International Renewable Energy Agency (2023). World Energy Transitions Outlook: 1.5°C Pathway. Abu Dhabi, June 2023
- U.S. Energy Information Administration (2023). International Energy Outlook 2023 (IEO 2023). Washington DC, October 2023
- BP (2023). Energy Outlook: 2023 edition. London, July 2023
- Equinor (2023). Energy Perspectives 2023. Oslo, June 2023
- ExxonMobil (2023). Global Outlook: Our View to 2050. Irving (Texas), August 2023
- DNV (2023). Energy Transition Outlook 2023 – A global and regional forecast to 2050 (ETO 2023). Oslo, October 2023
- McKinsey & Company (2023). Global Energy Perspective 2023. New York, October 2023
- Wood Mackenzie (2023). 2023 Energy Transiton Outlook. London, November 2023
- Enerdata (2023). EnerFuture 2023. Grenoble, August 2023
- The Institute of Energy Economics, Japan (2023). IEEJ Outlook 2023. Tokyo, October 2023
- World Energy Council (2024). World Energy Scenario Foundations 2024: Rocks and Rivers. London, April 2024
Prof. Dr. H.-W. Schiffer, Lehrbeauftragter an der RWTH Aachen University; Prof. Dr. S. Ulreich, Professor für Energiewirtschaft an der Hochschule Biberach
HWSchiffer@t-online.de
ulreich@hochschule-bc.de

