Ergebnisse der exploratorischen Szenarien des World Energy Council

Abb. 5 Globale Stromerzeugung aus Windkraft und Solarenergie (in TWh)

Abb. 5 Globale Stromerzeugung aus Windkraft und Solarenergie (in TWh)

Abb. 6 Globale CO2-Emissionen gemäß den Szenarien des World Energy Council 2024 (in Mrd. t)

Abb. 6 Globale CO2-Emissionen gemäß den Szenarien des World Energy Council 2024 (in Mrd. t)

Auf die fossilen Energien entfallen auch 2050 noch auf Anteile von 57 % (Rocks) bzw. 46 % (Rivers) des Primärenergieverbrauchs. Kohle muss zwar deutliche Einbußen hinnehmen und kommt 2050 nur noch auf einen Beitrag von 9 % in Rocks und 5 % in Rivers gegenüber gegenwärtig 28 %. Die Ölnachfrage verharrt bis 2050 gemäß beiden Szenarien noch weitgehend auf dem heutigen Niveau. Und für Erdgas wird zumindest in Rocks sogar mit einem leichten Anstieg der weltweiten Nachfrage gerechnet. Die stärksten Zuwächse verzeichnen allerdings die erneuerbaren Energien. Deren Anteil an der Deckung des globalen Primärenergieverbrauchs vergrößert sich von 14 % im Jahr 2022 bis 2050 auf 36 % in Rocks und 45 % in Rivers. Kernenergie kann ebenfalls Zuwächse verbuchen und erreicht 2050 einen Anteil von 7 % in Rocks und von 9 % in Rivers am Primärenergieverbrauch – gegenüber 5 % im Jahr 2022.

In beiden Szenarien wird von einer starken Elektrifizierung in der Energieversorgung ausgegangen. So nimmt der weltweite Stromverbrauch bis 2050 auf mehr als das Doppelte in Rocks und fast das Dreifache in Rivers im Vergleich zum Stand des Jahres 2022 zu (Abb. 4). Dieser Zuwachs wird ausschließlich durch erneuerbare Energien gedeckt. Entscheidend ist dabei der Ausbau von Wind- und Solarenergie (Abb. 5). In Rivers vergrößert sich die Stromerzeugung aus Sonne und Wind bis 2050 auf das 27-fache bzw. das 10-fache im Vergleich zu 2022. In Rocks ergeben sich für 2050 Stromerzeugungsmengen auf Basis von Sonne und Wind, die dem 20-fachen bzw. dem 8-fachen im Vergleich zu 2022 entsprechen. Insgesamt tragen die erneuerbaren Energien damit 2050 zu 71 % (Rocks) bzw. 78 % (Rivers) zur weltweiten Stromerzeugung bei. Der Anteil fossiler Energien an der globalen Stromerzeugung verringert sich auf 22 % in Rocks und 14 % in Rivers. Die Stromerzeugung aus Kernenergie steigt zwar in absoluten Größen an. Da die Zuwächse aber niedriger ausfallen als die Steigerungsraten der gesamten Stromnachfrage, sinkt der Anteil der Kernenergie von heute 9 % auf 7 % (Rocks) bzw. 8 % (Rivers) im Jahr 2050.

Bei der Deckung des Endenergieverbrauchs kommt es zu einer Ablösung von Öl als wichtigster Energiequelle durch Elektrizität. Der Beitrag von Elektrizität zur Deckung des globalen Endenergieverbrauchs verdoppelt sich im Vergleich zu dem heutigen Anteil von rund 20 %. Bei Anwendungen, bei denen weiterhin molekulare Brenn- und Kraftstoffe benötigt werden, wird es zu einer zunehmenden Substitution fossiler Kraftstoffe durch Biokraftstoffe, Wasserstoffderivate und schließlich synthetische Kraftstoffe kommen. Insgesamt wird aber das Potenzial von Wasserstoff nur in begrenztem Umfang genutzt, auch wenn – zumindest im Szenario Rivers – dessen Nutzung bis 2050 im Vergleich zum Stand des Jahres 2022 sich vervierfacht. Der Anteil von Wasserstoff am Endenergieverbrauch erhöht sich von 1,5 % im Jahr 2022 in Rivers auf rund 5 % im Jahr 2050, bleibt aber in Rocks auch dann noch auf 2 % begrenzt.

In Rivers setzt eine Trendwende im Verlauf der energiebedingten CO2-Emissionen bereits vor 2030 ein. Demgegenüber wird für Rocks noch mit einer Plateau-Phase bis in die 2030er Jahre gerechnet, bevor auch in diesem Szenario ein rückläufiger Verlauf eintritt. Im Ergebnis fallen die energiebedingten CO2-Emissionen im Jahr 2050 im Vergleich zu 2022 in Rocks um 22 % und in Rivers um 41 % geringer aus. Diese Entwicklung würde mit einem globalen Temperaturanstieg von 2 Grad Celsius in Rivers und von 2,5 Grad Celsius in Rocks im Vergleich zum vorindustriellen Niveau einhergehen (Abb. 6).

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