Berührungsängste

Energiewende: Heiko Schwidrogitz, Geschäftsführer der Atos-Tochtergesellschaft ENERGY4U
Heiko Schwidrogitz, Geschäftsführer der Atos-Tochtergesellschaft ENERGY4U (Bildquelle: ENERGY4U)

Es gibt unwahrscheinlich viel Willen dazu, aber nach wie vor auch noch Berührungsängste. Nehmen wir das Beispiel E-Mobilität: Wer ist der Treiber für die Elektromobilität? Ist es die Stromindustrie, weil sie den Strom für die Elektroautos liefert, ist es die Automobilindustrie, weil sie die Autos baut? Oder sind es vielleicht die Digital-Unternehmen, die wissen wollen, wann der Kunde wo ist, und den Kundendaten den eigentlichen Wert zuschreiben?

Solche Unklarheiten sind schnellstmöglich auszuräumen. Auch das geht nur, wenn sich alle Beteiligten – aus Wirtschaft und Politik – an einen Tisch setzen und gemeinsam Strategien entwickeln.

Nachhaltig wirtschaften schafft nachhaltige Akzeptanz

Ohne ein fundiertes und glaubwürdiges Nachhaltigkeitskonzept werden es Unternehmen künftig schwer haben, zu bestehen. Denn für die Kunden ist nachhaltiges Handeln eines Unternehmens inzwischen ein zentraler Aspekt für die Kaufentscheidung. Ein Beispiel aus der Digitalisierungsbranche: Vor wenigen Jahren noch war es für die Wahl eines Rechenzentrums entscheidend, wo es steht. Heute fällt der Faktor „Standort“ nicht mehr ins Gewicht. Vielmehr ist der Stromverbrauch eines Rechenzentrums das bestimmende Kriterium.

Uns als Dienstleister fragen die Kunden: Seid ihr grün und verwendet ihr grünen Strom? Das ist die Voraussetzung für eine Investition. Und angesichts der gesellschaftlichen Verantwortung, die alle Unternehmen haben, ist diese Entwicklung und Sensibilisierung sehr zu begrüßen.

Den Digitalsektor treibt das Thema Energie besonders um: IT-Systeme verbrauchen Energie. Gleichzeitig helfen sie, den Energieverbrauch insgesamt zu optimieren. Sie machen die neuen, branchenübergreifenden Modelle für einen verantwortungsvollen Umgang mit Energie erst denk- und realisierbar. Im Fall der Energiewende ist ihr geschickter Einsatz entscheidend für deren Erfolg.

Digitalisierung und Energie müssen also gemeinsam gedacht werden. Zumal die Bedeutung von Energie für unser privates sowie berufliches Leben weiter steigen wird. Wir stehen aktuell am Übergang vom IT- zum Energie-Zeitalter, in dem die IT den nachhaltigen, smarten Energieeinsatz vorantreibt. Jeder Prozess und jedes Produkt wird zukünftig auf Nachhaltigkeit geprüft und optimiert – oder mittelfristig aus dem Markt verdrängt.

H. Schwidrogitz, Geschäftsführer der Atos Tochtergesellschaft ENERGY4U
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