Chart, der die Preisentwicklung von Strombeschaffung, Neukundenpreisen und den Bestandskundenpreisen von 2023 bis Oktober 2025 zeigt.

Abb. 2: Entwicklung von Neu- und Bestandskundenpreisen im Strommarkt. Bestandskunden zahlen im Durchschnitt 13 ct/kWh mehr als Neukunden. Während die Neukundenpreise im Betrachtungszeitraum um 18 ct/kWh gesunken sind, gingen die Bestandskundenpreise lediglich um 14 ct/kWh zurück. (Quelle: Octopus/RWTH Aachen)

Preisanpassungen und Transparenzregeln

Ein weiterer Blick der Analyse richtet sich auf die Dynamik von Preisanpassungen. Rund 75 % der untersuchten Stromtarife werden nach etwa 11 bis 14 Monaten angepasst. Dabei steigen Arbeitspreise im Durchschnitt um etwa 20 bis 23 %, während Grundpreise um rund 15 % steigen.

Auffällig ist vor allem die unterschiedliche Reaktion auf Veränderungen am Großhandelsmarkt. Zwischen 2023 und 2025 sind die Beschaffungskosten für Strom um rund 54 % gesunken (vgl. Abb. 2). Die Preise für Bestandskunden gingen im gleichen Zeitraum jedoch nur um etwa 29 % zurück.

Sinkende Marktpreise erreichen viele Haushalte daher verzögert oder nur teilweise. Im Neukundensegment dagegen reagieren Tarife deutlich sensibler auf Marktbewegungen. Wettbewerb findet also statt, aber vor allem dort, wo Anbieter aktiv um neue Kunden werben. Besonders problematisch daran ist, dass Neukunden teils sogar mit Negativmargen angelockt werden – und zwar zu Lasten von Bestandskunden, die diese Vertriebsstrategie durch jährlich steigende Tarife mitfinanzieren müssen.

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