![Abb. 4: Sowohl Führungskräfte als auch Nicht-Führungskräfte sehen in der wattline-Studie [2] großes Potenzial in Nachhaltigkeit und Energieeffizienz im Unternehmen. Mehrere Charts, die die das Potenzial zur Nachhaltigkeit und Energieeffizienz in Unternehmen differenziert nach Führungskräften und Nicht-Führungskräften abfragen. Bezüglich Nachhaltigkeit sehen die Führungskräfte zu 58 % großes bis sehr großes Potenzial, 13 % sehen kleines bis sehr kleines Potenzial. Bei den Nicht-Führungskräften sehen 53 % großes bis sehr großes Potenzial. 12 % sehen kleines bis sehr kleines Potenzial. Bezüglich Energieeffizienz sehen die Führungskräfte zu 55 % großes bis sehr großes Potenzial, 11 % sehen kleines bis sehr kleines Potenzial. Bei den Nicht-Führungskräften sehen 48 % großes bis sehr großes Potenzial. 13 % sehen kleines bis sehr kleines Potenzial.](/fileadmin/_processed_/8/d/csm_et_018_Gutschke_Abb_4_857274f55d.jpg)
Abb. 4: Sowohl Führungskräfte als auch Nicht-Führungskräfte sehen in der wattline-Studie [2] großes Potenzial in Nachhaltigkeit und Energieeffizienz im Unternehmen. (Bild: wattline)
Potenziale im Unternehmenskontext
Das Potenzial nachhaltiger Maßnahmen wird in Unternehmen bislang nicht ausgeschöpft. Laut Studie sehen 58 % der Entscheider großes oder sehr großes Potenzial zur Steigerung der Nachhaltigkeit (siehe Abb. 4). Besonders bei der Nutzung von E-Mobilität, nachhaltigen Heizlösungen und dem Bezug grüner Energie gibt es laut Befragten noch viel Luft nach oben. Investitionen in diese Bereiche können sich nicht nur amortisieren, sondern auch einen Wettbewerbsvorteil schaffen.
Hinzu kommt: Viele Unternehmen erkennen mittlerweile, dass Nachhaltigkeit nicht nur eine ökologische, sondern zunehmend auch eine ökonomische Dimension besitzt. Nachhaltige Maßnahmen senken langfristig Betriebskosten, verbessern die Resilienz gegenüber regulatorischen Risiken und stärken die Bindung von Kunden und Fachkräften.
Handlungsempfehlungen für Unternehmen
Eine strukturierte Energieplanung in unsicheren Zeiten muss auf drei Säulen ruhen: Analyse, Strategie und Umsetzung. Dabei gilt es, die Perspektive zu wechseln – weg von reiner Preisoptimierung hin zu einem resilienzorientierten Denken. Es empfiehlt sich, folgende Schritte zu vollziehen:
- Status quo analysieren: Lastprofile, Vertragslaufzeiten, Versorgungs-risiken, regulatorische Fallstricke identifizieren.
- Szenarien entwickeln: Was passiert bei Netzengpässen? Was bei starken Preissprüngen? Wie wirkt sich ein CO₂-Preisanstieg [6] aus?
- Strategie ableiten: Kombination aus Beschaffungsmodellen, Eigenversorgung, Speicherstrategien und Vertragslaufzeiten definieren.
- Organisation aufstellen: Verantwortlichkeiten, Tools, Reportingstrukturen und Schulungen einführen.
- Marktbeobachtung institutionalisieren: Frühwarnsysteme und Benchmarks helfen, flexibel auf neue Entwicklungen zu reagieren.
Die Transformation der Energieversorgung ist kein einmaliger Kraftakt – sie ist ein dauerhafter Lernprozess. Unternehmen, die Energie als strategisches Thema begreifen, gewinnen nicht nur in der Kostenkontrolle, sondern stärken ihre Gesamtposition im Markt. Es braucht Mut zur Veränderung, Offenheit für neue Modelle – und Partner, die das Thema ganzheitlich verstehen. Denn Energieplanung ist heute mehr als nur Strom zum besten Preis.
Quellen
[1] BMWK: Energiekrise überwunden – Aufschwung setzt ein. Schlaglichter Wirtschaftspolitik 5/2023, abrufbar unter: www.bmwk.de/Redaktion/DE/Schlaglichter-der-Wirtschaftspolitik/2023/05/03-energiekrise-ueberwunden.html
[2] wattline: Studie zur Energiewende 2024. Ruderting, August 2024, abrufbar unter: www.wattline.de/studie-zur-energiewende/
[3] SW&W-Redaktion: „Batteriespeicher für die Strombörsen-Optimierung auch ohne Solaranlage“ (22.04.2025), abrufbar unter: www.energie.de/sonne-wind-waerme/news-detailansicht/nsctrl/detail/News/batterie-fuer-stromboersen-optimierung-ohne-solaranlage
[4] Umweltbundesamt: „Energiemanagementsysteme“, abrufbar unter: www.umweltbundesamt.de/themen/wirtschaft-konsum/wirtschaft-umwelt/umwelt-energiemanagement/energiemanagementsysteme
[5] „et“-Redaktion: „Shell LNG Outlook 2025: Anstieg der LNG-Nachfrage um 60 % bis 2040“ (10.03.2025), abrufbar unter: www.energie.de/et/news-detailansicht/nsctrl/detail/News/shell-lng-outlook-2025-anstieg-der-lng-nachfrage-um-60-bis-2040
[6] Bundesregierung: „CO2-Preis beträgt jetzt 55 Euro“ (02.02.2025), abrufbar unter: www.bundesregierung.de/breg-de/aktuelles/co2-preis-kohle-abfallbrennstoffe-2061622
Philip Gutschke, stv. Geschäftsführer, Bereichsleiter Energiebeschaffung und Unternehmensentwicklung, wattline GmbH, Ruderting
philip.gutschke@wattline.de