Potenziale und Kosten

Klimaneutralität: Tab: Potenziale und Kosten Negativer-Emissions-Technologien (NETs)

Tab: Potenziale und Kosten Negativer-Emissions-Technologien (NETs) (Bildquelle: Siemens Gas & Power)

Klimaneutralität: Abb. 6 Potenziale und Kosten von Senken

Abb. 6 Potenziale und Kosten von Senken (Bildquelle: https://www.mcc-berlin.net/fileadmin/data/B2.3_Publications/Kurzdossiers/Negative_Emissionen/Policy_Brief_NET_EN.pdf)

Damit ist ein spätes Einschlagen eines Reduktionspfades vor allem ein Ressourcenproblem, sowohl finanziell – ein in etwa gleicher Investitionsbedarf muss in einem kürzeren Zeitraum aufgewandt werden – vor allem jedoch technologisch – die Bereitstellung der benötigten Technologien muss in einem sehr kurzen Zeitraum ermöglicht werden, d.h. die dafür benötigten Produktionskapazitäten müssen zunehmend schlagartig bereitgestellt werden. Je später also der Pfad in Richtung Klimaneutralität eingeschlagen wird, desto mehr Auswahl an Technologien zur THG-Vermeidung bzw. desto mehr THG-Senken werden benötigt.

Ein zweiter Technologietreiber sind die betrachteten THGe und ihre Quellen. Während im Energiebereich eine Vielzahl klimaneutraler Technologien bekannt sind, ist das Bild bei Emissionen außerhalb des Energiesektors z.B. in der Landwirtschaft und für die anderen Treibhausgase wie Methan oder Lachgas nicht ganz so eindeutig.

Aus diesen Gründen rücken zunehmend Negative-Emissions-Technologien (NET) in den Fokus, mit denen der Atmosphäre nachhaltig THGe entzogen werden. Eine detaillierte Beschreibung der Technologien kann an dieser Stelle aus Platzgründen nicht erfolgen, es werden lediglich die Potenziale und Kosten aufgeführt (siehe Tab.)

Die Nutzung von NETs hat damit insgesamt das Vermögen, sogar mit den niedrigsten Potenzialwerten den größenordnungsmäßig geschätzten maximalen Bedarf von 4,8 Gt Vermeidung jährlich zu erbringen (siehe Abb. 6). Die Kosten dafür können jedoch zum Teil beträchtlich sein, so dass NETs nicht unbedingt die erste Wahl sein werden, aber für schwer vermeidbare THG-Emissionen und als ultima ratio in Betracht kommen.

Fazit

Der Weg zu einer klimaneutralen Welt ist nicht einfach. Der bisher gewählte Ansatz, sich nahezu völlig auf Vermeidung zu konzentrieren, ist richtig und wird auch den Löwenanteil der benötigten THG-Reduktion liefern. Für schwer vermeidbare Emissionen sind NETs ein vielversprechender Ansatz. Verbleibende Unsicherheiten werden durch Forschung, Pilotprojekte und großskalige Umsetzung geklärt. Damit muss bereits jetzt begonnen werden, damit die NETs rechtzeitig zur Verfügung stehen.

Dieser Artikel ist eine Zusammenfassung des Schwerpunktartikels „Wege zur Klimaneutralität“ in der aktuellen „Energie für Deutschland“ (abrufbar unter https://www.weltenergierat.de/publikationen/energie-fuer-deutschland/)

Prof. Dr. S. Ulreich, Hochschule Biberach; Dr. V. Pflug und Dr. K. Schönsteiner, Siemens Gas & Power GmbH, München
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