Abb. 1 Bioenergetische Rohstoffe und deren Verwendung in den Sektoren

Abb. 1 Bioenergetische Rohstoffe und deren Verwendung in den Sektoren (Quelle: McKinsey & Company)

Abb. 2 Umwelt- und Klimaschutz, Wertung H1 2023 und H2 2023

Abb. 2 Umwelt- und Klimaschutz, Wertung H1 2023 und H2 2023 (Quelle: McKinsey & Company)

Energiewende-Index: Die Indikatoren im Überblick

Die insgesamt 15 Indikatoren im Energiewendeindex zeigen gegenüber der Veröffentlichung von September 2023 leichte Verbesserungen: Für mittlerweile acht von ihnen – zwei mehr als in der letzten Erhebung – ist die Zielerreichung realistisch. Die Verbesserung des Indikators Primärenergieverbrauch resultiert dabei aus dem deutlichen Rückgang des Verbrauchs in 2023. Offen ist allerdings noch, ob es sich hierbei um kurzfristige Effekte infolge der hohen Energiepreise im vergangenen Jahr handelt oder um einen längerfristigen Trend. Daneben sind weiterhin fünf Indikatoren unrealistisch in ihrer Zielerreichung, während der CO2e-Ausstoß und die Reservemarge auf der Kippe bleiben.

Acht Indikatoren mit realistischer Zielerreichung

Der Primärenergieverbrauch liegt nach erster Hochrechnung für 2023 bei 10.791 PJ und damit rund 9 % unter dem Vorjahr. Hauptgründe sind Produktionsrückgänge in der Industrie, steigende Energieeffizienz und weniger Stromerzeugung in Deutschland (-11 % gegenüber 2022). Die Zielerreichung steigt von 83 auf 106 % und wechselt damit in die Kategorie „realistisch“ (Abb. 2). Etwas weniger stark gesunken dürfte der Endenergieverbrauch sein, da 2023 zugleich 75 PJ Strom (5 % der Erzeugung) importiert worden sind. Aktuelle Hochrechnungen liegen hierzu jedoch noch nicht vor. 

Der EE-Anteil am Bruttostromverbrauch ist über das Gesamtjahr 2023 um viereinhalb Prozentpunkte auf 50,6 % gestiegen, wobei er in der ersten Jahreshälfte mit rund 52,3 % sogar noch etwas höher lag. Haupttreiber war neben vermehrter Stromerzeugung aus Erneuerbaren (+5 %) der Rückgang des Stromverbrauchs um 4 % im Zuge der Energiekrise. Die Zielerreichung des Indikators beträgt 109 %.

DerIndustriestrompreis, der im Vergleich zur europäischen Preisentwicklung gemessen wird, verschlechtert sich 2023 leicht. Er liegt jetzt 6,2 % über dem Europa-Mittel, im Halbjahr zuvor lag er noch 5,6 % darunter (Abb. 3). Ursache hierfür ist, dass die Preise im Ausland mit -21 % zuletzt deutlich stärker gesunken sind als in Deutschland (-11 %). Trotzdem beträgt die Zielerreichung des Indikators immer noch 172 %. Der gute Wert liegt in der Berechnungsmethodik begründet: Steigen die Preise im europäischen Ausland stärker als in Deutschland, verbessert sich der Indikator – was in der Vergangenheit der Fall war: 2021 z.B. lagen die Industriestrompreise hierzulande noch 25 % über dem europäischen Durchschnitt. 2024 allerdings wird der deutsche Industriestrompreis voraussichtlich überproportional ansteigen, da der letztjährige Bundeszuschuss zu den Übertragungsnetzentgelten in Höhe von 12,8 Mrd. € nun wegfällt.

Der deutsche Haushaltsstrompreis lag im vergangenen Dezember 27,2 % über dem europäischen Durchschnitt und somit nur noch knapp über dem Zielwert von 25,5 % – ein halbes Jahr zuvor waren es noch 31 %. Die Zielerreichung des Indikators verbessert sich von 78 auf 93 % und steigt damit in die Kategorie „realistisch“ auf.

Der Indikator verfügbare Kapazität für Import aus Nachbarländern verbessert sich auf jetzt 27,1 %. Hauptgrund ist die leicht gestiegene Interkonnektorkapazität für Importe aus Dänemark. Mit einem Wert von 208 % ist der Indikator weiterhin stabil realistisch in seiner Zielerreichung (Abb. 4).
Der Indikator Ausfall Stromversorgung verbessert sich leicht. Aktuell beträgt das Blackout-Risiko pro Anschlusspunkt 12,2 Minuten (Vorhalbjahr 12,7), die Zielerreichung liegt bei 113 %.

Der Indikator Ausfall Stromversorgung verbessert sich leicht. Aktuell beträgt das Blackout-Risiko pro Anschlusspunkt 12,2 Minuten (Vorhalbjahr 12,7), die Zielerreichung liegt bei 113 %.

Zum Indikator Arbeitsplätze in erneuerbaren Energien liegen neue Daten für das Jahr 2022 vor – mit positivem Trend: Gegenüber 2021 stieg die Zahl der Jobs im EE-Sektor um rund 50.000 auf jetzt 387.700. Der Stellenaufbau fand vor allem in den Bereichen Umweltwärme und Solarenergie statt: Allein hier erhöhte sich die Zahl der Arbeitsplätze um jeweils 20.000 – getrieben durch die starke Nachfrage nach Wärmepumpen (+61 % gegenüber 2021) und Solaranlagen (+26 %). Der Indikator verbessert sich dadurch von 105 % auf 120 %.

Für den Indikator EE-Anteil am Bruttoendenergieverbrauch wurden keine neuen Werte veröffentlicht. Er verbleibt daher in seiner bisherigen Kategorie der stabil realistischen Zielerreichung.

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