H2-Strategie

Wasserstoff: Abb. 1 2020 war das Jahr der nationalen H2-Strategien (Stand: Dezember 2020)

Abb. 1 2020 war das Jahr der nationalen H2-Strategien (Stand: Dezember 2020) (Bildquelle: Weltenergierat - Deutschland e.V.)

Wasserstoff: Abb. 2 Immer mehr Staaten weltweit besitzen eigene H2-Strategien. Die H2-Aktivitäten sind dabei global verteilt [2]

Abb. 2 Immer mehr Staaten weltweit besitzen eigene H2-Strategien. Die H2-Aktivitäten sind dabei global verteilt [2] (Bildquelle: Weltenergierat - Deutschland e.V.)

Als vor drei Jahren Japan seine bis heute viel referenzierte nationale Strategie für Wasserstoff vorlegte, schwang in vielen Reaktionen, auch in Deutschland, noch einige Verwunderung über einen vermeintlichen Sonderweg mit. Auch als Südkorea ein Jahr später eine ähnlich umfassende, industriepolitisch fundierte, Wasserstoffstrategie beschloss, gab es weltweit noch kaum Nachahmer. Das änderte sich erst ein weiteres Jahr später. Nun beschlossen fast im Monatstakt viele weitere Regierungen offizielle Wasserstoffstrategien und gaben so ein stärkeres öffentliches Commitment für einen Hochlauf dieser Technologie – darunter neben Deutschland und der EU auch Australien, die Niederlande, Norwegen, Spanien, Portugal, Frankreich, Russland, Finnland, Chile und Kanada. 2020 war das Jahr der H2-Strategien (Abb. 1).

Weltweit verfügen mindestens 20 Staaten bereits über eine eigene H2-Strategie oder planen konkret, in den kommenden Monaten eine vorzustellen – und das nicht nur in Europa und Südostasien. Über 30 andere Staaten unterstützen zudem Pilot- und Demonstrationsprojekte oder diskutieren erste politische Schritte für die H2-Nutzung (Abb. 2). Die Studie „International Hydrogen Strategies“ [1], welche die Ludwig-Bölkow-Systemtechnik GmbH im Auftrag des Weltenergierat – Deutschland erarbeitet hat, vergleicht 17 ausgewählte Strategien hinsichtlich der Motivation hinter den nationalen H2-Aktivitäten, der anvisierten Zielsektoren sowie staatlicher Unterstützungsmaßnahmen für den verstärkten Einsatz des Energieträgers.

Dekarbonisierung und wirtschaftliche Überlegungen als zentrale Motive

Der Vergleich ausgewählter Regierungspläne im Rahmen der Studie kommt zu dem Schluss, dass sich die untersuchten Strategien sowohl in ihren Zielvorstellungen und ihrem Konkretisierungsgrad als auch ihren geplanten Maßnahmen voneinander unterscheiden. Während einige Staaten wie Japan und Südkorea umfassende Strategiedokumente vorlegten, welche verschiedene Anwendungsbereiche umfassen, konzentrieren sich andere Länder wie die Schweiz mitunter nur auf bestimmte Aspekte der H2-Nutzung, etwa auf den Einsatz im Verkehrssektor. Der Großteil der Strategien fixiert zunächst allgemeine Rahmenbedingungen, die in der Folgezeit konkretisiert werden sollen, etwa durch Roadmaps für die H2-Anwendung; einige nennen Mengen- oder auch konkrete Kostenziele.

Obwohl die Gründe für die Formulierung einer eigenen H2-Strategie von Land zu Land variieren, dienen sie häufig ähnlichen Zielen, insbesondere Umweltschutz und Wirtschaftswachstum. Neben einer Dekarbonisierung des Energiesystems streben viele Staaten dabei die verbesserte Integration und Speicherung erneuerbarer Energien an, darunter die EU, Deutschland, die Niederlande, Frankreich und Japan. Ein Großteil der analysierten Länder erhofft sich zudem ökonomische Vorteile durch technologische Innovationen, die Schaffung neuer Arbeitsplätze sowie zusätzliche Einnahmen aus dem H2- und Technologieexport. Auch die Möglichkeit für eine Diversifizierung der Energiequellen sowie eine Steigerung der Versorgungssicherheit wird in einigen Papieren erwähnt.

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